Universität zu Köln

MUK - Maßnahmen der Unterstützten Kommunikation

Verbesserung der Versorgung mit alternativen Kommunikationsformen

Kurzbeschreibung

Menschen ohne Lautsprache sind auf Maßnahmen Unterstützter Kommunikation (MUK) angewiesen. Für diese Maßnahmen gibt es bislang noch keine verbindlichen Richtlinien, so dass die Versorgung regional sehr unterschiedlich erfolgt. Oft sind auch die Zuständigkeiten nicht geklärt, vielerorts fehlen Beratungsstellen und UK-spezifisch ausgebildete Therapeuten, die die Hilfsmittelauswahl und -versorgung begleiten. Insbesondere nach der Auslieferung einer Kommunikationshilfe sind die betroffenen Personen und ihr Umfeld auf Unterstützung angewiesen. Ohne Begleitung und fachliche Unterstützung ist es schwer, die Kommunikationshilfe im Alltag einsetzen zu lernen. Aus diesem Grund wird im MUK-Projekt ein neues Modell zur Hilfsmittelversorgung durchgeführt und evaluiert. Es wird untersucht, ob und inwiefern die Versorgung mit alternativen Kommunikationsformen durch die Krankenkasse durch

  1. eine kontinuierliche Fallbegleitung (UK-spezifisches Case-Management),
  2. ein individualisiertes Patiententraining, bei dem Voraussetzungen für Nutzung der alternativen Kommunikationsform in Alltagssituationen sichergestellt werden soll (Positionierung/ Halterung, Laden, Schnellstart, Vorbereitung der Gesprächspartner*innen, ggf. Eröffnungsfloskeln); und
  3. bei Bedarf einer UK-Therapie, die spezifische Kompetenzen weiter fördert und trainiert,

so verbessert werden kann, dass sich sowohl die Kommunikationsfähigkeit als auch die Lebensqualität der Klienten verbessert.

Zielgruppe

Klienten, die aufgrund angeborener oder erworbener Behinderungen nicht bzw. nicht mehr sprechen können

Förderer

Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA)

Laufzeit

12/2017 - 11/2020
(verlängert bis: 08/2021)

Projektleitung

Prof. Dr. Jens Boenisch
FBZ-UK, Universität zu Köln

Projektziel

Verbesserung der personalisierten Versorgung und der Kommunikationsfähigkeit von Klientinnen und Klienten ohne Verbalsprache, die auf Maßnahmen der Unterstützten Kommunikation (MUK) angewiesen sind.

 

Methodisches Vorgehen

In einer Studie wird die Wirksamkeit der neuen Versorgungsform (erweiterter Selektivvertrag) im Vergleich

  1. zur Versorgung auf Basis des bestehenden Selektivvertrags sowie
  2. im Vergleich zur ungeregelten Versorgung untersucht.

Dazu werden die Zufriedenheit, die pragmatische Kommunikationsfähigkeit und die Lebensqualität der Betroffenen analysiert. Des Weiteren werden Patienten und Patientinnen, deren familiäre und professionelle Bezugspersonen (Therapeut/-innen, Lehrer/-innen, Berater/-innen) zu ihren Erfahrungen in Bezug auf die neue Versorgungsform befragt.

Projektverlauf

Neue Versorgungsform beschreiben

Neue Versorgungsform genau beschreiben und Umsetzung in den drei Kompetenzzentren vorbereiten

Umsetzung der neuen Versorgungsform

Umsetzung und Evaluation der neuen Versorgungsform

Externe Evaluation

Formative und summative Evaluation der neuen Versorgungsform im Vergleich zur Regelversorgung (mit und ohne Selektivvertrag) durch ein externes Evaluationsteam unter der Leitung von Prof. Lena Ansmann (Universität Oldenburg)

Projektleitung und Konsortialpartner

Anerkennung der MUK-Kompetenzzentren

(v.l. Dr. Barbara Giel vom Zentrum für Unterstützte Kommunikation Moers, Karsten Denecke von mittendrin! Hamburg, Carolin Garbe von der UK-Beratungsstelle am FBZ-UK der Universität zu Köln, Dr. Tobias Bernasconi, Dr. Stefanie K. Sachse, Prof. Dr. Jens Boenisch)

Angestrebte Nachhaltigkeit

Es wird angestrebt, dass die im MUK-Projekt erbrachten Leistungen (z.B. UK-Therapie) auch nach Projektende fortgeführt und in die Regelversorgung aufgenommen werden können. Die in diesem Zusammenhang erforderlichen Schritte werden in Kooperation mit der aus dem MUK-Projekt heraus entstandenen Zentralstelle für Qualitätssicherung und Zertifizierung von UK-Maßnahmen (ZQZ) vorbereitet. Informationen zum Stand dieser Bemühungen finden Sie auf der Seite der ZQZ.